Berliner Innungen blicken skeptisch in die Zukunft

Die Wirtschaftskrise ging auch am Handwerk nicht spurlos vorüber. So hat der allgemeine Konsumrückgang insbesondere kleine und mittelständische Betriebe zum Teil in Existenznöte gebracht. Solche Betriebe litten besonders unter der rückläufigen Nachfrage in der Krise. Dagegen konnten größere Baufirmen stark von den öffentlichen Bauaufträgen der Bundesregierung profitieren und somit die Nachfrageausfälle des privaten Sektors kompensieren. Auch die Handwerker in Berlin waren von den Entwicklungen in der Krise betroffen. Trotz der mittlerweile eingetretenen Erholung der Wirtschaftslage, blicken die Innungen der Hauptstadt kritisch in die Zukunft.

Neben der wirtschaftlichen Situation der Handwerker beschäftigt die Innungen vor allem die Lage am Ausbildungsmarkt. Die Innungen beklagen das dem Ausbildungsmarkt im Handwerk immer weniger Nachwuchs zur Verfügung steht. So werden im Jahr 2010 vermutlich einige Ausbildungsplätze im Handwerk, aufgrund des Nachfragemangels nicht besetzt werden können. Auch von dieser Entwicklung sind kleinere Handwerksbetriebe stärker betroffen, da sie auf die Mitarbeit von Nachwuchskräften eher angewiesen sind.

Innungen beklagen Ausbildungsniveau der Schulabgänger

Neben der Quantität wird auch die Qualität der Lehrlinge von den Innungen bemängelt. Nach Auffassung der Berliner Handwerks – Innungen ist das Leistungsvermögen der Lehrlinge in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Die Innungen fordern daher eine stärkere Fokussierung des Handwerks auf die Schulausbildung, um die Jugendlichen besser auf die berufliche Zukunft in einem Handwerksbetrieb vorzubereiten.

Eine deutliche Diskrepanz zeigt sich bei Betrachtung des Wissensstandes von Lehrlingen und den Anforderungen der Handwerksberufe. Mittlerweile haben auch im Handwerk hoch technisierte, computergestützte Prozesse Einzug gehalten. Diese verlangen den Handwerkern deutlich breitere Kompetenzen ab, als es in der Vergangenheit der Fall war. Auch im Bereich des computergestützten Lernens werden die Schulen daher zur Anpassung der Lehrpläne aufgefordert.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *