Der Tarifvertrag – die Regelung der Arbeitsverhältnisse

Der Tarifvertrag befasst sich auch mit dem Lohn

Der Tarifvertrag befasst sich auch mit dem Lohn - © Klaus-Uwe Gerhardt by pixelio.de

Der Tarifvertrag ist in Deutschland ein Vertrag zwischen zwei Parteien, den sogenannten Tarifvertragsparteien. Auf der einen Seite stehen die Arbeitgeber, auf der anderen Seite die Arbeitnehmer. Der grundlegende Sinn und Zweck eines Tarifvertrages ist es, die Machtasymmetrie bei einem Einzelarbeitsvertrag zugunsten des schwächeren Vertragspartners auszugleichen und generell für gerechte Arbeitsverhältnisse zu sorgen. Vor allem für das Handwerk spielt der Vertrag eine bedeutende Rolle. Die Innungen, Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammern in Deutschland wirken stetig bei der Erneuerung des Tarifrechts mit und informieren ihre Mitgliedsbetriebe umgehend über Änderungen.

Der Tarifvertrag enthält Rechtsvorschriften in einem normativen Teil und einem schuldrechtlichen Teil. Der normative Teil befasst sich mit den Inhalten, dem Abschluss und der Beendigung von Vertragsverhältnissen sowie mit betriebsrechtlichen Angelegenheiten, die im Rechtsstreit die Verhältnisse ordnen können. Der schuldrechtliche Teil hingegen regelt die Pflichten und Rechte der Tarifvertragsparteien.

Tarifvertrag – Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände regeln ihre Zusammenarbeit eigenständig

Der Tarifvertrag betrifft nur Unternehmen und Personen, die in einer Tarifvertragspartei sind. Die Seite der Arbeitgeber wird durch die Arbeitgeberverbände vertreten, die Seite der Arbeitnehmer durch Gewerkschaften oder kollektive Zusammenschlüsse. Die Aufnahme in eine Partei ist nicht zwingend notwendig. Etwa 40% der deutschen Bevölkerung sind nicht an den Tarifvertrag gebunden. Ein Beitritt ist allerdings für beide Seiten von Vorteil, da die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen gewahrt und gefördert werden.

Die Aufgabe der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften ist es, Bedingungen oder Regeln für arbeitsrechtliche Angelegenheiten zu schaffen. Dabei sind sie vom Staat unabhängig. Man bezeichnet diese Art der Arbeitsregelung auch als Tarifautonomie. Der Staat gewährt den Tarifpartner die Möglichkeit, die Regeln ihrer Zusammenarbeit eigenständig zu gestalten. Das hat den Vorteil, dass die Parteien ihre Zusammenarbeit schneller und flexibler Regeln können als bei einer starken Beteiligung des Staates. Dass die Tarifautonomie ein erfolgreiches System darstellt, zeigt sich in Deutschland an der Anzahl von Streiks, die gemessen an der internationalen Anzahl sehr gering ist.

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