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Die Geschichte der Handwerkskammer

27. August 2010 Kein Kommentar

Die Handwerkskammer ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts. In Deutschland gibt es heute insgesamt 53 Handwerkskammern, die sich vornehmlich um die Interessen des Handwerks, ihrer Mitglieder und der Auszubildenden im Handwerk kümmern. Das war nicht immer so.

Gründung der Handwerkskammern im Deutschen Reich

Die Geschichte der Handwerkskammern geht weit in das 19. Jahrhundert zurück, die Bildung dieser wurde jedoch erst mit der Änderung des Reichsgesetzblattes durch Kaiser Wilhelm II im Jahr 1897 realisierbar. Kaiser Wilhelm II verordnete, dass „Zur Vertretung der Interessen des Bezirks Handwerkskammern zu errichten sind“. Daraufhin wurden im April 1900 die ersten Handwerkskammern in Mannheim, Stuttgart, Freiburg, Konstanz, Heilbronn, Mannheim, Karlsruhe, Ulm und Reutlingen gegründet.

Handwerkskammern in der Weimarer Republik

Im 1. Weltkrieg war das Handwerk noch dem traditionellen berufsständischen Denken unterworfen, welches wie viele andere gegen die Inflation kämpfen musste. Im Herbst 1919 wurde der Reichsverband des Deutschen Handwerks gegründet. Diesem Reichsverband schlossen sich alle bestehenden Handwerksorganisationen an. Im Februar 1929 beschloss der Reichstag die letzte rechtliche Ergänzung der Gewerbeordnung für das Handwerk.

Der Schwarze Freitag an der New Yorker Börse sorgte auch im Handwerk für verheerende Folgen und beendete vorläufig alles positiven Entwicklungen der Handwerksorganisationen.

Die Handwerkskammern im dritten Reich

Im dritten Reich wurden alle Handwerkskammern von NSDAP-Mitgliedern besetzt. Im Mai 1933 beschloss der neue Vorstand die Gründung eines Reichsstandes des Deutschen Handwerks, um „die Organisation neu zu regeln und das Handwerk im neuen Geist zu erziehen”. Diese neuen Regelungen sorgten für die formale Auflösung der Handwerkskammern und des Handwerks- und Gewerbekammertages.

Im 2. Weltkrieg starben viele Fach- und Arbeitskräfte, was nach Kriegsende und Zerschlagung des dritten Reiches dazu führte, dass handwerkspolitische Aktivitäten oder demokratische Strukturen nicht zu realisieren waren.

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