Die Handwerkskammer – die Rechtsaufsicht über das Handwerk in Deutschlands Regionen

Insgesamt gibt es über 50 Handwerkskammern in Deutschland. Die meisten haben ihren Sitz in einer größeren Stadt, handeln aber nicht immer nur im Interesse der Stadt, sondern auch im Interesse der umgebenden Region. Beispielsweise ist die Handwerkskammer in München nicht nur für die Stadt München, sondern auch für die Region Oberbayern zuständig. Die Handwerkskammer Hamburg hingegen ist nur für die Stadt Hamburg zuständig. Doch was ist eigentlich eine Handwerkskammer, wofür ist sie zuständig und welche Aufgaben hat sie? Im Folgenden wird ein Überblick über das Wesentliche einer Handwerkskammer geboten.

Was ist eine Handwerkskammer?

Eine Handwerkskammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und übt die Rechtsaufsicht über die Kreishandwerkerschaften und deren Innungen in der Region aus. Sie vertritt die Interessen des selbstständigen Handwerks und regelt die Belange des Handwerks im Zuge der Selbstverwaltung. Die Gründung der Handwerkskammern geht auf das Handwerkergesetz von 1897 zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden demnach die ersten Handwerkskammern gegründet, um die Handwerksbetriebe bei den einsetzenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Veränderungen zu unterstützen.

Die Handwerkskammer – ihre Aufgaben und Pflichten

Eine Handwerkskammer hat bestimmte Aufgaben und Pflichten, um die Rolle der Rechtsaufsicht über die Kreishandwerkerschaften und Innungen zu erfüllen. Die wesentlichen Aufgaben einer Handwerkskammer bestehen nach der Handwerksordnung darin,

  • für einen gerechten Ausgleich der Interessen der einzelnen Handwerksberufe zu sorgen
  • die Handwerksrolle in der Region zu führen und die Bekämpfung der Schwarzarbeit voranzutreiben
  • die Behörden durch Anregungen und Vorschläge zur Förderung des Handwerks zu unterstützen
  • Sachverständige zur Erstattung von Gutachten zu bestellen und zu vereidigen
  • die technische und betriebswirtschaftliche Fortbildung von Gesellen und Meistern in Zusammenarbeit mit den Innungen zu fördern, um die Erhaltung und Steigerung der Leistungsfähigkeit im Handwerk zu garantieren
  • die Berufsausbildung zu fördern, indem Prüfungsvorschriften und Gesellen- und Meisterprüfungsordnungen erlassen werden
  • den Meisterprüfungsausschuss zu führen
  • Schlichtungsstellen einzurichten und die Mitgliedsbetriebe mit Rechts- und Unternehmensberatung zu unterstützen

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