Schwarzarbeit – ein leidiges Thema für das Handwerk

Die Schwarzarbeit ist ein andauerndes Thema und gleichzeitig ein großes Problem der deutschen Wirtschaft. Doch wie definiert man diese illegalen Beschäftigungen genau? Schwarzarbeit fällt in Wirtschaftskreisen unter den Begriff Schattenwirtschaft. Dazu zählen Dienstleistungen und die Produktion von Gütern, die nicht von der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfasst werden. Schwarzarbeit trifft zu, wenn man gegen das Steuer- oder Sozialversicherungsrecht verstößt und wenn man die Meldepflicht gegenüber der Agentur für Arbeit oder Sozialämtern umgeht. Wenn ein Gewerbe oder ein Handwerk ausgeübt wird, ohne das Gewerbe anzumelden oder das Handwerk in die Handwerksrolle einzutragen, gilt dies auch als Schwarzarbeit. Viele Innungen und Kreishandwerkerschaften in Deutschland versuchen, dieses Problem aktiv zu bekämpfen.

Risiken der Schwarzarbeit: Innungen im Kreis Rhein-Westerwald warnen davor

Die Innungen und die Kreishandwerkerschaft in Rhein-Westerwald gehen öffentlich auf ihren Internetseiten mit dem Problem der Schwarzarbeit um. Sie weisen darauf hin, dass die Führung eines Betriebes gegen die Vorschriften der Handwerksordnung zur sofortigen Schließung und Auflösung des Betriebes führt. Die Innungen warnen vor allem zukünftige Auftraggeber vor den Risiken, die die Beschäftigung von Schwarzarbeitern mit sich bringt. Das sind neben dem Strafrisiko vor allem Haftungsrisiken durch Funktionsmängel und Sachschäden, Qualitätsrisiken durch Arbeit und Material und Unfallrisiken.

Schwarzarbeit – Kreishandwerkerschaft Bergisches Land stellt Überlegungen zur Rückführung auf

Die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land und ihre Innungen setzen sich ebenfalls öffentlich für die Bekämpfung gegen die Schwarzarbeit ein. Sie klären ihre Mitgliedsbetriebe aber auch ihre Auftraggeber über die Ursachen und Folgen der Schwarzarbeit in Deutschland auf. Neusten Erhebungen zur Folge gehen 10.000 Arbeitsplätze im Jahr durch Schwarzarbeit verloren und dadurch wiederum entfallen 46 Millionen Euro an Lohnsteuer im Staatshaushalt. Die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land hat folgende Überlegungen für die Rückführung der Schwarzarbeit aufgestellt:

  • die Mehrwertsteuer durch die Gewährung des halben Steuersatzes oder eines Nullsatzes reduzieren
  • die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen vor allem bei privatem Wohnungsbau zulassen

Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Überlegungen für den Staat auszahlen. Die Handwerksbetriebe würden in jedem Fall profitieren.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *